Von:
Jan Kemnitzer

e-aktion.de

Karmi Kumari war erst acht, als sie begann im Steinbruch zu arbeiten. Ihre Aufgabe war, die Steine in Körben zu sammeln und auf dem Kopf zum Lastwagen zu tragen. „Wir arbeiteten zwölf Stunden am Tag“, erinnert sich das zierliche Mädchen. „Mit Ausnahme der Mittagspause durften wir nie ausruhen, nicht einmal zur Toilette gehen.“ Immer wieder bat Karmi ihren Vater verzweifelt, zu Hause bleiben zu dürfen. Doch die Familie ist arm und hat neun Kinder.

Allein in Indien müssen mehr als 12,5 Millionen Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Sie schuften in Steinbrüchen, rackern in Textilbetrieben oder werden als Haussklaven missbraucht.

Die indische „Bewegung zur Rettung der Kindheit“ hat Karmi Kumari und über 75.000 weitere Mädchen und Jungen aus den schlimmsten Formen der Kinderarbeit befreit. Sie erhalten nun Unterricht und eine berufliche Ausbildung, sodass sie anschließend auf eigenen Füßen stehen können.

Die evangelische Aktion „Brot für die Welt“ unterstützt die „Bewegung zur Rettung der Kindheit“ mit jährlich über 50.000 Euro. Und wir können noch mehr tun als Spenden! Neben der Befreiung und Rettung von Kindern kommt es auf die Sensibilisierung der Menschen hier bei uns in Deutschland an:

Wenn wir eine neue Türschwelle für unser Haus kaufen oder entscheiden müssen, was für ein Stein einmal über unserem Grab stehen wird, dann können wir nachfragen: „Wo kommt dieser Stein her? Können Sie mir garantieren, dass da keine Kinderarbeit, keine Schuldknechtschaft im Spiel ist?“

Als junger Vater ist mir die Antwort darauf existentiell wichtig, als Christ weiß ich mich von Jesus an die Seite der Geringsten unter seinen Brüdern gewiesen, als Konsument sehe ich die Chance, den Teufelskreis aus Armut, Hunger und Kinderarbeit zu durchbrechen.

Wir alle können Kindern wie Karmi helfen: Wenn wir aktiv mitarbeiten, z.B. durch Spenden und bewusstes Konsumverhalten. Lasst uns an einer Gesellschaft bauen, in der Kinder in die Schule gehen können, anstatt ausgebeutet zu werden.